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Heute vor 75 Jahren

Veröffentlicht am 09.04.2020

Vieles richtet derzeit den Blick auf Corona; da geraten andere Dinge schnell in den Hintergrund oder werden vergessen. Heute vor 75 Jahren, am 9. April 1945 wurden Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus hingerichtet. Einer war z.B. der Theologe Dietrich Bonhoeffer, eine anderer der Schreiner Georg Elser. Beide verbindet, dass sie die Ungerechtigkeit und Brutalität des nationalsozialistischen Systems erkannten, sich ihrem Gewissen verpflichtet fühlten und gegen eine menschenverachtende Poltik kämpften.

Zu Bonhoeffer findet sich viele Informationen im Netz: www.sonntagsblatt.de/artikel/menschen/heute-vor-75-jahren-ist-dietrich-bonhoeffer-hingerichtet-worden-ein-portraet-des

Der wohl bekannteste Text von Dietrich Bonhoeffer ist sein Gedicht "Von guten Mächten", in der Gefängniszelle im Dezember 1944 geschrieben - als Ermutigung für seine Familie zum Jahreswechsel. Viele werden das Gedicht als Lied kennen; denn es wurde mehrfach vertont und gehört heute zum Grundreportoire des evangelischen Gemeindegesangs.

Passt es nicht auch in unsere Zeit, jetzt in die ganz besonderen Karwoche, in der es keine Gottesdienst gibt, Heute am Gründonnerstag würden überall in den Kirchen Abendmahlsgottesdienst stattfinden, morgen ist Karfreitag, der Tag, an dem sich Christen an das Leiden und den Tod Jesu erinnern.

Jesus hat - kurz bevor er verraten und verhaftet wurde - voller Vertrauen zu Gott gebetet und sich in der Not an Gott gewandt. Dabei fällt die vertraute Anrede auf; er spricht Gott mit "Abba" = Papa an; das ist nicht die theoretische Theologie der Gottessohnschaft, sondern eine Anrede aus der Nähe spricht. So darf man sich an Gott wenden.

Dietrich Bonhoeffer´s Frömmigkeit und sein christlicher Glaube zeigte sich einerseits darin, dass es gilt, Jesus Christus nachzufolgen und wie er für "andere" einzutreten: Kirche muss "Kirche für andere sein"; vor allem für die Schwachen die Bedrohten. Darin gründet letztlich Bonhoeffers Engagement für den Weiderstand gegen Hitler. Andererseits zeigt sich sein Glaube auch in seinem Gottvertrauen, mit dem sich am Widerstand beteiligte, die Zeit der Haft durchlebte und schließlich in den Tod ging.

Bonhoeffers "Von guten Mächten"  passt - auch wenn im Gedicht der Jahreswechsel angesprochen ist - gut zu unserer Corona-Zeit, wo doch mancher Sorge hat: um die Gesundheit, um den Job oder sein sein Einkommen, um seine Zukunft oder um seine Freunde und Familienmitglieder, vor allem, wenn diese zu den Risikogruppen gehören. Bonhoeffer's Gedicht strahlt Zuversicht aus und bringt etwas Licht ins das Dunkle und Bedrohliche der Corona-Zeit.

 Das Gedicht "Von guten Mächten"

Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben
und mit euch gehen in ein neues Jahr.

Noch will das alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen
das Heil, für das du uns geschaffen hast.

Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus deiner guten und geliebten Hand.

Doch willst du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört dir unser Leben ganz.

Lass warm und hell die Kerzen heute flammen,
die du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all deiner Kinder hohen Lobgesang.

Von guten Mächten wunderbar geborgen,
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Dietrich Bonhoeffer, Von guten Mächten, in seinem Brief an Maria von Wedemeyer aus dem Kellergefängnis des Reichssicherheitshauptamts in Berlin, Prinz-Albrecht-Straße, 19. Dezember 1944.

 

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Beobachtungen nach 2 Wochen Kontaktsperre und 3 Wochen Schulschließung

Veröffentlicht am 05.04.2020

Seit 2 Wochen besteht die Kontaktsperre in Baden-Württemberg, die das öffentliche und auch das private Leben stark beeinflußt, ja beeinträchtigt. Laden und Betriebe sind geschlossen; Begegnungen mit anderen Menschen, mit Freunden und Verwandten, sind strak eingeschränkt.

Seit 3 Wochen sind die Schulen geschlossen; der Kontakt mit Schülern findet weitgehend online statt.  Die Digitalisierung an den Schulen geht  in der Corona-Krise mit Sieben-Meilen-Stiefel voran.

Mit großem Interesse beobachte ich, was sich angesichts der Corona-Krise abspielt. Heute möchte ich aber nicht auf die Schule schauen. Mir fällt beim Blick ins Internet auf, mit welchem Engagement auf die Krise reagiert wird:

Viele Kirchen - Gottesdienst können und dürfen wegen des Kontaktverbotes nicht stattfinden - streamen Gottesdienst über YouTube oder andere Portale, teilweise sogar interaktive, Konzerte und andere kulturelle Angebote werden ins Netz gestellt (z.B. aus Simmersfeld der Kulturkanal.live), Museen kann man online besichtigen und es wird im Netz gemeinsam musiziert.

Auch sonst helfen Menschen einander in der Nachbarschaft, musizieren füreinander und teilweise gemeinsam über's Internet, gehen für Risikogruppen einkaufen. 

Die Krise bringt - bei allen großen Problemen, die diese Krise auszeichnet - doch auch Positives hervor und zeigt ein Bild unserer Gesellschaft, das Mut macht und Zuversicht verbreitet.

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Mund-Nasem-Schutz selber nähen

Veröffentlicht am 05.04.2020
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Gedanken rund um die Corona-Krise

In diesem Blog werde ich immer wieder Gedanken posten. Angesichts von Corona wird es sich hauptsächlich rund um dieses Thema drehen.

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